Ich habe das Audi efoil (offizieller Produktname Audi e-tron Foil) seit 2019 beobachtet und war bei seinem ersten Debüt auf der CES in Las Vegas persönlich dabei. Ein paar Monate später hat das Aerofoils Team mich in Berlin besucht und wir konnten bereits im Sommer 2019 die ersten Prototypen testen. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

Seitdem hat sich einiges getan und ich stand kontinuierlich mit Franz Hofmann, dem Kopf hinter dem Audi e-tron Foil in Kontakt. Zuletzt hat er mich im November 2021 in Berlin besucht, wo ich die Gelegenheit hatte, die neueste Version des eFoils von Audi zu testen. Im Vergleich zu anderen Elektro Hydrofoils benutzt es keinen offenen Propeller, sondern einen Jetantrieb.

Diese Version ist nun fertig zur Massenproduktion und 2022 soll es endlich losgehen. Während der Prototyp 2019 nicht in der Lage war mich mit 90 kg Kampfgericht abheben zu lassen, hatte das heutige Modell kein Problem damit.

Audi e-tron Elektro Hydrofoil Surfbrett
Audi e-tron Elektro Hydrofoil Surfbrett

Audi eFoil Test November 2021:

Aerofoils gibt sich vor der offiziellen Markteinführung noch bedeckt mit den genauen technischen Daten des Audi e-tron Foil Boards, aber im persönliche Gepräch und Test konnte ich einiges heraus finden. Natürlich kann ich hier keine Information teilen, die vertraulich gesagt wurden, aber meine eigenen Erfahrungen der Testfahrt möchte ich hier schildern.

Mit ungefähr 5 kW Leistung liegt man ähnlich wie die derzeitigen Marktführer Lift Foils und Fliteboard. Theoretisch ist ein Jetantrieb nicht so effizient, wie ein Propellerantrieb, aber das Team rund um Franz scheint einen guten Job gemacht zu haben. Das Audi eFoil oder besser Audi e-tron Foil hatte nicht die geringsten Probleme mich mit 90 kg plus dickem 5 mm Neoprenanzug und Weste zu beschleunigen und abheben zu lassen. Da war noch Platz nach oben und AeroFoils gibt das Maximalgewicht des Fahrers mit 100 kg an.

Das Motorengeräusch war in einer höheren Frequenz aber vergleichbar mit dem Lift und leiser als Fliteboard. Dies liegt daran, dass Aerofoils sowie Lift ein Getriebe eliminieren konnten. Die Fernbedienung ist kleiner als bei Lift aber größer als bei Flite und liegt gut in der Hand. Das Farbdisplay der Fernbedienung war hell genug und gut ablesbar.

Audi eFoil Antrieb
Audi eFoil Flügel und Impeller Antrieb

Die Flügel vom Audi Elektro Hydrofoil unterscheiden sich im Design sehr von denen anderer Hersteller, wie man im Bild oben erkennen kann. Bei meinem Audi e-tron Foil Test waren sie sehr agil und machten einen guten Eindruck. Für Anfänger wahrscheinlich ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber durchaus angenehm. In meinem Test bin ich das große Board mit dem großen Flügel gefahren. Schliesslich hatten wir November und es war kalt 😉

Es gibt ein kleineres Board sowie kleinere Flügel, für leichte Fahrer und die, die es sportlicher mögen. Auch auf dem Foto oben gut zu erkennen ist, dass der Motor in einer Linie mit dem Front- und Heckflügel liegt. Dies ermöglicht die maximale Ausnutzung des 80 cm Mastes.

e-tron Foil mit FSP (fully shielded propeller)

Das Audi e-tron foil Team setzt als erster Hersteller auf einen Jetantrieb, um Verletzungen durch einen Propeller zu vermeiden. Normalerweise haben diese eine niedrigere Effizienz und einen geringeren Standschub als Propeller. Dass es nicht leicht ist einen solchen Antrieb zu bauen, sieht man bei anderen e-Foil Herstellern, wie VeFoil die dies bislang versucht haben, dann aber der mangelnden Effizienz gescheitert sind.

Das Audi e-tron foil Team scheint dies nun nach eigenen Angaben überwunden zu haben. Bei einem Fahrergewicht von 75kg und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h schaffen die Teamrider von Aerofoils eine
Fahrzeit von bis zu zwei Stunden, so Franz Hofmann. Natürlich hängt diese sehr stark von den Wetterbedingungen, der Flughöhe und dem gewählten Setup ab. Nach den Erfahrungen von Franz sind die meisten Tester mit ihrem Audi e-tron foil ca. 90 Minuten unterwegs. Leider fehlte mir die Zeit (und Außentemperatur ;-)), um dies selber zu testen. Beim nächsten Mal …

Das Audi e-tron foil soll demnach das sicherste eFoil mit einer absolut wettbewerbsfähigen Reichweite sein, so Franz.

Audi e-tron Foil Test November 2021
Audi e-tron Foil Test November 2021

Das Audi Surfbrett kommt in einer Board-Bag und auch der Mast, die Flügel, Netzteil und andere Komponenten kommen in einer praktischen Tasche. Die Batterie ähnelt im Design der von Fliteboard und machte einen guten Eindruck.

Das komplette eFoil inklusive des Mastes ist aus Kohlefaserstoff (Carbon Fiber) und wiegt mit der Batterie ca. 32 kg.

Audi eFoil kaufen:

Wer das Audi eFoil kaufen möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Wir erwarten, dass es ab Frühjahr 2022 verfügbar sein wird. Der Preis soll bei 12.499 EUR ohne MwSt. liegen. Das wäre dann ca. 14.890 EUR inkl. 19% MwSt. in Deutschland.

Das Board soll in zwei Farben angeboten werden. „Midnight Blue“ und „White Sand“. Ferner soll es zwei Boardgrößen geben.

2019: Audi e-tron Hydrofoil Test in Berlin:

Hier unser Bericht vom Sommer 2019: Das Audi e-tron Hydrofoil Team besuchte uns zu einer Tour in Berlin, bei der wir das jetbetriebene e-Foil von Audi mit dem eFoil von Lift vergleichen konnten. Das Lift eFoil ist seit Sommer 2018 in Serienproduktion während das e-tron Hydrofoil ein Prototyp ist. Bei diesem Vergleich geht es also nicht um die Details, sondern um die verschiedenen Konzepte.

Es wäre zu früh und nicht fair, einen vollständigen Test des Audi e-Foils zu publizieren, da es nicht vor 2021 zum Verkauf steht. Es handelt sich um frühe Prototypen, um verschiedene Formen und Technologien zu testen. Dennoch hatte das Team viel Spaß beim Foilen. Der größte Unterschied zwischen den beiden E-Hydrofoils ist der Antrieb. Die meisten E-Foils wie das von Lift Foils verwenden einen Propeller, aber das Team aus Bayern verwendet ein Jet-Triebwerk.

Audi e-tron Hydrofoil und Lift Foils eFoil
Audi e-tron Hydrofoil und Lift Foils eFoil

Ich war überrascht, wie leise der Düsenantrieb war. Ich hatte erwartet, dass er viel lauter sein würde als der Propellerantrieb, aber er war ungefähr gleich laut. Propellerantriebe haben jedoch einen höheren Wirkungsgrad und der von uns getestete e-tron Prototyp wurde für Fahrer unter 80 kg entwickelt. Ich konnte auf der Oberfläche surfen, war aber zu langsam, um mit 92 kg zu fliegen. Sehr bald wird das Team eine Version für schwerere Fahrer haben und ich freue mich darauf, sie wiederzusehen, um diese zu fahren.

Aber nicht nur der Antrieb ist sehr unterschiedlich, auch das Board selbst und die Flügel folgen einem anderen Konzept. Das aktuelle e-tron Board wiegt 28 kg inklusive Batterien, das sind 2 kg weniger als das Board von Lift Foils auf die Waage bringt. Das neue größere Board vom Audi Team wird sogar 4 kg weniger wiegen. Sie verwenden jedoch im Moment weniger Batteriezellen mit sehr einfache Gehäuse, so dass es zu früh wäre, das Endgewicht einer Serienproduktion zu schätzen.

Sehr unterschiedliche Shapes und Flügel
Sehr unterschiedliche Shapes und Flügel

Die beiden Entwickler Franz und Christian wiegen unter 75 kg und deshalb sind die aktuellen frühen Boards für solche Fahrer konzipiert. Die Flügel sind viel kleiner als der 170er Flügel, den wir auf dem eFoil verwendet haben. Der größte Flügel, den sie derzeit haben, ist vergleichbar mit einem 150er Flügel von Lift. Lift hat Flügel bis zum 250er für Anfänger und Schulen. Auf den Bildern sieht man, dass die Form der Flügel sehr unterschiedlich ist. Was man auf den Bildern nicht sehen kann, ist, dass die Audi Flügel mehr Profil haben, was zu mehr Auftrieb führt und kleinere Flügel rechtfertigen würde. Ähnlich wie beim Flugzeug.

Auf dem Bild unten sehen Sie die aktuellen drei Flügel von Audi. Im Hintergrund ist der kleinste in Orange, gefolgt von dem zweitgrößten in Orange vorne und dem größten Wing in Schwarz.

Die verschiedenen Flügel
Die verschiedenen Flügel

Die Akkupacks, das Gehäuse und die Fernbedienung sind noch sehr einfach gehalten, wie man es von einem Prototyp erwarten würde. Diese Details können optimiert werden, sobald die Grundlagen geklärt sind. Derzeit nutzt das Team die wasserdichte Fernbedienung Maytech MTSKR1805WF für 249 EUR. Laut Franz ist die Qualität eher schlecht, aber sie werden ohnehin ihre eigene Fernbedienung entwickeln.

Das E-Hydrofroil wird unter Umständen nicht unter der Marke Audi eingeführt werden. Franz ist Ingenieur bei Audi und das Unternehmen ist der Meinung, dass es derzeit gut zu seiner Strategie der Elektromobilität passt. Deshalb präsentieren sie die e-tron Hydrofoils auf Messen und Veranstaltungen. Audi unterstützt Franz und Christian auch mit technischem Know-how und Ressourcen. Die beiden Jungs gründeten jedoch ihr eigenes Start-Up namens Aerofoils GmbH, um das Produkt auf den Markt zu bringen.

Wir haben ein kurzes Video gedreht, in dem Sie das Audi e-tron E-Foil in Aktion und neben dem Liftfoils eFoil fahren sehen.

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Wir werden außerdem noch weitere Bilder im Forum veröffentlichen.

Audi eFoil auf der CES 2019:

Hier unser erster Bericht aus dem Januar 2019: Das Audi e-tron Elektro-Hydrofoil mit Jet-Antrieb ist ein Projekt von Audi-Ingenieur Franz Hofmann und Christian Roessler von der Technischen Universität München.

Es wurde 2018 auf der Kiel Regatta & LA Autoshow und im Januar 2019 auf der CES Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt. Der 33-jährige Franz kommt aus dem Kitesurfen und hat 2015 zusammen mit den Rössler-Brüdern Chris und Hansi begonnen, eigene Masten und Flügel für das Kitefoilen zu entwickeln. 2017 hatte er die Idee, ein AUDI e-foil zu bauen, das zeigt, wie spannend die Zukunft der Elektromobilität sein kann.

Ich fand, er passt perfekt in die e-tron Familie: Wir forschen im Bereich der Mikromobilität, zum Beispiel an Lufttaxis und E-Scootern, warum also nicht auch an Wasserfahrzeugen wie e-foils. Und ein E-Foil ist mit Sicherheit das aufregendste Wasserfahrzeug, das man erleben kann. Für mich ist es im Grunde die „Zukunft des Surfens“ – Everyday, Everywhere, Anytime

Franz Hofmann
e-tron Surfboard

So begannen die beiden Jungs, über ein elektrisches Hydrofoil Surfbrett nachzudenken, der eine mit dem Hintergrund des Wassers, der andere mit tiefem Flugzeugwissen.

Wir denken völlig unterschiedlich. Ich brauche ein robustes Produkt für das Wellensurfen und für eine aufregende Zeit in der Dünung. Chris, als Weltmeister und Weltrekordhalter im „Pylon Raceing“, strebt immer nach Leichtbau und hoher Effizienz. Das Ergebnis ist ein einzigartiges und robustes Design mit einem hocheffizienten elektrischen Jet-Antriebssystem, das vollständig in den Rumpf des eFoils integriert ist. Aber das Wichtigste ist die inhärent sichere Konstruktion des Jets!

Franz Hofmann


Der erste Prototyp wurde Anfang 2018 getestet und hatte noch ein Akkupaket auf der Oberseite des Boards, wie man es schon bei einigen frühen DIY-Elektro-Hydrofoils gesehen hat. 3 Monate später hatte die nächste Generation das Akkupack bereits im Surfbrett integriert.

Franz bekommt viel Unterstützung von seinen Kollegen bei Audi: 3D-Drucke, Stecker, Carbonteile usw. und das Design, das die schöne Handschrift von Max Fischhaber trägt, einem begabten Innenarchitekten und talentierten Surfer.

„Das hilft uns sehr, die Entwicklung zu beschleunigen. Wir haben all das großartige Fachwissen für Leichtbau, Aerodynamik, Elektronik, maschinelle Teile und Design in einem Unternehmen. Man muss sie nur alle zusammenbringen.“

Franz Hofmann
e-tron design by Max Fischhaber

Franz und Chris bauen ein Team von begeisterten Experten innerhalb und außerhalb von AUDI auf und planen, 2019 eine begrenzte Anzahl von Boards für Beta-Tests zu produzieren. Ihr Ziel ist es, das Wissen aus dem Flugzeugbau und der AUDI-Technologie zu einem einzigartigen Produkt für Wassersport und Spaß zu kombinieren.

Die 100 cm lange E-Foil ist komplett aus Kohlefaser und das Triebwerk aus Aluminium, um eine bessere Kühlung zu ermöglichen.

Je nach Gewicht des Fahrers sollten 3,5 – 5 kW Leistung ausreichen, um über das Wasser zu fliegen, sagt Franz. Für mehr Geschwindigkeit und Menschen mit mehr Gewicht sind vielleicht 6 kW Maximalleistung das Ziel. Lift Foils hat zum Beispiel 5kW. Die Batterie soll eine Stunde halten und etwa 30 km weit reichen, was mit anderen e Foilboards vergleichbar ist.

Sicherlich werden wir verschiedene Flügel für verschiedene Anwendungsfälle entwerfen und nie aufhören zu forschen, denn ein E-Foil ist nichts anderes als ein persönliches Wasserflugzeug und jeder kann sich vorstellen, dass es eine Vielzahl von Parametern gibt, die das Kundenerlebnis beeinflussen.

Franz Hofmann
eFoil made in Germany

Das Audi e-tron Foil mit Jet-Antrieb wird laut Franz bei etwa ab 17 km/h abheben und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erreichen. Das Gewicht des Prototyps liegt bei 18 kg ohne Batterie.

Franz‘ Plan ist es, die Produktion im Jahr 2020 in größeren Stückzahlen zu starten.

Mit den bisher gesammelten Erfahrungen machen wir jetzt ein komplettes Redesign, so dass jeder Detailparameter, den ich Ihnen heute sagen würde, morgen schon falsch wäre.

Was die Sicherheit betrifft, so ist die inhärent sichere Konstruktion des Jets der wichtigste Faktor. Es besteht keine Gefahr, die Finger zu verlieren.

Franz Hofmann