eFoil
E-Jetski
Hydroflyer 2023 - eFoil Scooter oder E-Jetski?

Wir haben den Hydroflyer für euch getestet. Der eFoil Scooter ist eine Mischung aus e-Foil und Elektro Jetski.

Anfang Oktober haben wir in Cascais, Portugal, zusammen Mike Z von Jetsurfingnation das Hydroflyer Team aus Kanada getroffen. Dabei ist das folgende Video entstanden und natürlich haben wir zwei Hydroflyer Boards selber getestet. Einfach beschrieben, ist der Hydroflyer ein eFoil mit Lenkstange bei dem die Fußspitzen beide in Fahrtrichtung zeigen. 

Die Lenkstange und das große Volumen machen den Start sehr einfach. Das Lenken ist aber für eFoiler gewöhnungsbedürftig. Also fangen wir mit dem Video an:

Co-Entwickler Jerry fährt normalerweise Mountain Bikes und Snowmobile. Daher der Ansatz mit der Lenkstange. Er liebt es, zu Springen und dabei soll der Lenker behilflich sein. Mit Lenker gibt es nämlich vier Kontakte zum Board (zwei Füße und zwei Hände) während es beim eFoil nur zwei sind.

Was ist ein Hydroflyer?

eFoil, Wasserscooter oder Elektro Jetski? Vielleicht ein wenig von allem. Man kann den Hydroflyer auf der Wasseroberfläche fahren ohne dabei abzuheben. In diesem Fall könnte man das Fahrgefühl mit dem eines Elektro Jetski (Steher) oder vielleicht einem Scooter bzw. Elektro Roller auf dem Wasser vergleichen. Das Fahren auf der Oberfläche ist - inklusive des Starts - sehr einfach, da einem die Lenkstange Stabilität gibt. 2023 soll es für den Hydroflyer eine Finnen-Option geben: also eine kurze Finne mit Motor, die das Board nicht abheben lässt.

Hydroflyer Aufbau
Hydroflyer Aufbau

Aber natürlich geht es um das Fliegen, denn schliesslich ist unter dem Board ein 82 cm langer Mast mit einem Unterwasserflügel verbaut. Das Abheben und Kontrollieren der Höhe funktioniert - genau wie bei einem eFoil - durch Gewichtsverlagerung. Verlagert man das Gewicht nach hinten, dann steigt der Hydroflyer auf. Bringt man das Gewicht nach vorne, dann sinkt das Board ab.

Beschleunigt wird über einen Gashebel am Lenker. Ähnlich wie bei einem Elektro Jetski. Die Kontrolleinheit mit dem Gashebel kommuniziert via Bluetooth mit dem Controller im Board. Dies soll es später möglich machen, die Lenkstange zu demontieren und so den Hydroflyer mit einer separaten Fernbedienung auch als reines eFoil benutzen zu können.

Fahrverhalten

Die Fußstellung ist anders als beim eFoil. Der Hersteller empfiehlt, dass beide Fußspitzen nach vorne zeigen. Dies soll ergonomischer sein und damit verhindern, dass ein Bein mehr belastet wird und somit zu Schmerzen bei längerem Fahren führen kann. Dies kann zwar in der Tat beim eFoilen auftreten, wird aber in der Regel durch verändern der Fußstellung ausgeglichen.

Beim Hydroflyer verlagert man das Gewicht zum Kontrollieren der Höhe also nicht zwischen dem vorderen und hinteren Bein, sondern damit wie weit man den Oberkörper über den Lenker nach vorne bzw. hinten schiebt. Ich muss sagen, diese Technik hat schon Spaß gemacht und ich empfand es als einfacher verglichen mit einem eFoil. Also gut für Anfänger.

Lenken

Beim Lenken habe ich mich allerdings schwerer getan. Irgendwie verleitet einem eine Lenkstange immer dazu mit diesem „Lenker“ zu steuern. Schließlich lernt man es so von Kind auf bei einem Fahrrad oder Roller. Aber auch der Hydroflyer wird über Gewichtsverlagerung (links/rechts) gesteuert. Das gleiche Problem hatte ich auch bei den Testfahrten mit dem Manta 5 eFoil-Waterbike.

Lenkstange
Lenkstange

Der „Lenker“ ist also nicht zum Lenken da, sondern soll dem Fahrer Stabilität geben. Ein großer Vorteil für Anfänger, aber auch um Sprünge zu machen. Sprünge sind um einiges leichter als beim eFoil. Dies liegt nicht nur an der Lenkstange, sondern auch am hohen Volumen (160 Liter - Cruiser Model) sowie dem Unterwasserschiff. Das Board ähnelt von unten eher einem Boot als einem Surfboard.

Unterwasserschiff
Unterwasserschiff

Technische Daten

Die Lithium Ionen Batterie soll eine Reichweite von bis zu 2 Stunden und 40 km erlauben und liegt daher im Bereich von Audi, Fliteboard und Lift Foils. Auch die Ladezeit von 1,5 Stunden ist ähnlich. Mit 35 bis 40 kg ist es ein wenig schwerer als die eFoils, die 30 kg oder weniger auf die Waage bringen. Dies liegt an der zusätzlichen Lenkstange und dem größeren Board.

Der Motor hat eine Leistung von 5,5 kW und wird von der 42 Ah / 52 Volt Lithium Ionen Batterie gespeist. 

Die Boards gibt es in drei Größen:

  • Cruiser (226 x 63,5 cm / 160 Liter) - diese Boards haben wir getestet
  • Cloud (183 x 63,5 cm / 150 Liter) - Inflatable Board
  • Surf Pro (152 x 63,5 cm / 68 Liter)
Testboard in Portugal
Testboard in Portugal

Das maximale Fahrergewicht wird mit 120 kg angegeben. An der Fernbedienung kann man zwischen drei Power Modi wählen, um die Leistung zu begrenzen. Es gibt sogar einen Rückwärtsgang, der das "Einparken" erleichtern soll.

Einige Daten von der Hydroflyer Webseite weichen von den Daten ab, die man uns in Portugal gesagt hat. Ich denke, es werden immer noch kleine Veränderungen gemacht bevor man 2023 in die Massenproduktion gehen will.

Sicherheit

Zum Thema Sicherheit sind ein paar Features besonders herauszuheben. Die Lenkstange kann beim Sturz den Kontakt mit Flügel und Motor vermeiden, wenn man sich beim Sturz weiter am Lenker festhält. Damit zieht man das Board mit der Oberseite zu sich.

Da die Lenkstange leichter ist als der Mast mit Motor, richtet sich der Hydroflyer nach einem Sturz selbständig wieder auf. Ob man sich bei Stürzen an der Lenkstange verletzen kann, hielt der Hersteller für unwahrscheinlich. Aber es gibt einen Protektor - ähnlich wie bei einem BMX Rad der ersten Generationen.

Sicherheitsflügel
Sicherheitsflügel mit Gummischutz

Zum anderen gibt es für Anfänger einen Sicherheitsflügel (Vortex 210). Bei diesem Flügel sind die Kanten mit einem Gummischutz versehen, die Verletzungen vermeiden sollen. Die drei anderen Flügel Vyper 190, Hyper 170 und Vyper 150 für fortgeschrittene Fahrer, haben diesen Schutz nicht.

Zu guter letzt ist der Hydroflyer durch einen magnetischen Kill-Switch gesichert. Ähnlich wie bei einem Jetski wird dieser am Handgelenk befestigt und löst sich beim Sturz von der Fernbedienung am Lenker. Dadurch stoppt der Motor.

Was kostet ein Hydroflyer?

Der Preis des Hydroflyer liegt bei 15.500 USD plus Steuern, Versand und Importgebühren. Da wird es inkl. 19% MwSt in Deutschland auf ca. 18.000 EUR hinauslaufen. Ein stolzer Preis und ein wenig teurer als die Premium eFoils.

Die kurze Surf Pro Version wird es auch mit Fußschlaufen für noch mehr Kontrolle geben. Die Boards sollen in verschiedenen Farben ab 2023 verfügbar sein. Wenn es soweit ist, erfahrt ihr natürlich hier.

Aufgrund der schnellen Lernerfolge beim großen Cruiser Model sieht der Hersteller den Vermieter-Markt als eine gute Zielgruppe für den Hydroflyer.

Hydroflyer Interview mit Mike (Jetsurfingnation) und Andreas (E-Surfer)
Hydroflyer Interview mit Mike (Jetsurfingnation) und Andreas (E-Surfer)

Fazit

Der Hydroflyer ist kein eFoil und dies soll er laut dem Hersteller auch nicht sein. Das Fahrverhalten ist sehr unterschiedlich. Einfacher zu lernen, aber meiner Meinung nach eingeschränkt in Kurven. Zumindest ist dies mein Empfinden. Vielleicht ein wenig zu vergleichen mit einem Skateboard (eFoil) versus einem Stunt Scooter (Hydroflyer). Am Ende des Tages also Geschmacksache. Mir persönlich hat es durchaus Spaß gemacht.

Teste bevor du kaufst
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