Ein DIY Elektro Surfbrett ist eine gute Option, wenn man nicht 10.000 EUR oder mehr für den Kauf eines kompletten Jetboards oder eines Elektro Hydrofoils investieren möchte. Wer vorhat, ein eFoil selber zu bauen, hat es sogar einfacher als mit einem Jetboard, da die E-Foils beim Fliegen viel weniger Energie benötigen. Mehr Energie bedeutet nicht nur größere Batterien, sondern vor allem eine bessere Kühlung, was eine Herausforderung sein kann.

Motorisierte Surfbretter haben eine Geschichte, die bereits 1930 begann. Projekte wie Surf Scooter, Scimboat, Motorboard, Jet Surfboard Surfjet und Skidaddle wurden im letzten Jahrhundert entwickelt. Einige von ihnen sollten kommerzialisiert werden, sie sahen aber alle so ziemlich wie ein DYI Elektro Surfbrett aus;-)

eFoils selber bauen: Erste DIY motosierte Surfbretter
Erste DIY motosierte Surfbretter

Die ersten Vorreiter, die ein eFoil selber bauen wollten, war 2009 eine Gruppe von Studenten. Prof. Jakob Kuttenkeuler und Prof. Stefan Hallström, beide vom Royal Institute of Technology, KTH, Stockholm, Schweden, veröffentlichten ihr Evolo-Projekt, das durch mehrere Veröffentlichungen belegt wird. Mit einer Gruppe von 15 Studenten starteten Kuttenkeuler und Hallström im August 2008 das Projekt für ein Elektro Hydrofoil. Ziel war es, ein Fahrzeug zu entwickeln, welches eine Person mit 15 Knoten mit einem elektrischen, umweltverträglichen und leisen Motor befördern kann, ohne große Wellen zu erzeugen. Die Lenkung sollte nur durch die Schwerkraft erfolgen.

eFoil selber bauen: Das erste DIY Elektro Hydrofoil Projekt
Das erste DIY Elektro Hydrofoil Projekt 2008

Die meisten Pioniere im Bereich DIY-Elektro-Surfbretter bauten zuerst Elektro-Skateboards. Dadurch konnten sie Erfahrungen mit Fernbedienungen, bürstenlosen Motoren und ESC-Steuerungen sammeln. Dies war zunächst wahrlich hilfreich, aber um diese Erfahrung auf das Wasser zu bringen, wurde viel mehr Energie benötigt. Denn: natürlich musste alles wasserdicht sein!

Ein eFoil selber bauen:

Einer dieser Pioniere in der DIY eFoil Szene ist Merten (auch bekannt als Pacificmeister). Der deutsche Ingenieur – mit Wahlheimat Los Angeles – begann mit DIY-Elektro-Skateboards, aber als leidenschaftlicher Kitesurfer lernte er schnell das eFoil kennen, nachdem er die ersten Videos des Jetfoiler gesehen hatte. Merten gründete auch das DIY eFoil-Forum namens efoil.builders, welches sich als erste Adresse für alle, die ein eFoil selber bauen möchten, entwickelt hat.

Ich habe Merten einige Male besucht und konnte eines seiner früheren selbstgebauten eFoils fahren. Diese Erfahrung habe ich in meinem Artikel „Wie man ein Elektro Hydrofoil fährt“ aufgeschrieben. Das folgende Video von Mertens Youtube-Kanal  zeigt, wie er sein DIY-eFoil beherrscht, und man kann mich bei meinem ersten Versuch mit einem elektrischen Hydrofoil im Juni 2018 sehen. Offensichtlich sieht Merten viel besser aus 😉

 

Ein weiteres frühes DIY-Elektro-Surfbrett-Projekt entstand in Kanada. Chris Vermeulen hatte jedoch die gute Idee, seine DIY-Komponenten zu kommerzialisieren. Durch sein Kickstarter-Projekt sammelte er etwas Geld (wir waren ein früher Unterstützer), um Komponenten in größeren Mengen in China herstellen zu lassen. Die Idee war, dass die Komponenten wie bürstenlose Motoren Fernbedienungen usw. billiger werden, wenn man höhere Mengen bestellt. Chris plante, die Komponenten sowohl für DIY-Jetboards als auch für eFoils anzubieten. Dies war bereits im Jahr 2017 und später entschied er sich, ein komplettes Elektro Hydrofoil namens VeCarve anzubieten. Bislang ist es aber noch nicht auf dem Markt. tbc…

DIY Elektro Jetboard
DIY Elektro Jetboard

DYI Elektro Surfbrett Komponenten:

Was braucht man, wenn man ein Elektro Surfbrett oder eFoil selber bauen möchte? Zuerst natürlich ein Surfbrett und die meisten Tüftler benutzen ein älteres Surfbrett, das sie bereits haben, wie man z.B. im Bild oben sehen kann. Das Problem mit einem Standard-Surfbrett ist, dass die Batterien und die Elektronik oben auf dem Brett befestigt werden müssen, da es zu dünn ist, um diese im Board zu integrieren. Besser wäre es, ein dickeres Windsurfboard zu verwenden, damit man die Komponenten zumindest bis zu einem gewissen Grad integrieren kann. Für ein DIY eFoil sollte man das Board kürzen, um es wendiger zu machen. Einige Unternehmen wie MHZ aus Deutschland bieten verschiedene Komponenten an, z. B. ein Board, das zu ihren anderen Komponenten passt. Es ist  eine Art DIY Elektro-Surfbrett-Kit. MHZ war übrigens der Anbieter für einige Komponenten der frühen Lampuga Jetboards.

DIY Elektro Surfbrett Hülle von MHZ
DIY Elektro Surfbrett Hülle von MHZ

 

Als nächstes benötigt man einen Motor. Es gibt Inrunner-Motoren mit Innenrotoren und Outrunner mit Außenrotoren. Inrunner-Motoren gibt es bereits für unter 200 EUR, haben aber nur genug Leistung für ein elektrisches SUP oder Bodyboard. Für ein Jetboard werden Outrunner-Motor mit bis zu 22,4 kW empfohlen, die ausreichen, um 50  bis 60 km/h zu erreichen. Auch schwerere Fahrer sollten hiermit genug Power haben. Diese Leistung hat aber ihren Preis. Solche Motoren werden für ca. 1.000 EUR verkauft.

Würde ein DIY-eFoil weniger Leistung und somit weniger kostspielige Motoren benötigen, wäre es sicherlich wesentlich günstiger. Jetboards (wie der Name schon sagt) verwenden Jets, während die meisten elektrischen Hydrofoils Propeller verwenden. Das einzige elektrische Surfbrett mit Propeller ist, soweit wir wissen, der  Waterwolf.

Weitere Komponenten, die man benötigt, sind eine Fernbedienung / ESC (elektronischer Geschwindigkeitsregler) zum Beschleunigen und natürlich eine Batterie. Während man Handsteuerungen, ESC sowie andere Komponenten von verschiedenen Herstellern fertig kaufen kann, (siehe die Anbieter in unserem DIY-Forum), muss man die Batterie selbst bauen. Hilfe zu diesem Thema findet man in unserem Forum sowie im efoil.builder Forum. Zum Beispiel welche und wieviele Zellen man braucht und wie diese miteinander verschaltet werden.

eFoil Shop
eFoil Shop

 

In letzter Zeit nimmt die Anzahl der DIY eFoil Projekte, die im Rahmen eines Studiums von Studierenden gebaut werden, wieder zu. Nicht vergessen, dass das Erste oben erwähnte Projekt von Studenten stammte. Aber es gibt noch viele Projekte, wie wir in mehreren Artikeln erklärt haben.

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