Ob man sich nun ein Jetboard oder eFoil kaufen sollte, hängt von den persönlichen Präferenzen sowie dem Wassersportrevier ab. Schnell und spritzig oder elegantes Herumkurven ist am Ende eben Geschmacksache.

Die Frage ähnelt ein wenig der Diskussion ob „Ski oder Snowboard“, denn ein wesentlicher Teil der Entscheidung hängt rein vom persönlichen Geschmack ab. Manche möchten die Wassergischt spüren und hohe Geschwindigkeiten erleben, während andere elegant über das Wasser gleiten möchten. Aber es gibt auch technische und rechtliche Gründe, die Einfluss auf die Entscheidung haben können.

Jetboard oder eFoil: Fun Faktor

Der Fun Faktor ist bei beiden eSurfbrett Typen ähnlich, aber halt anders. Das Elektro Hydrofoil fahren wird oft mit Snowboarden im Puderschnee verglichen. Die sanften Bewegungen kommen tatsächlich dem Tiefschnee Snowboarden recht nah. Ich würde sogar behaupten, es kommt dem Wellenreiten näher als das Jetboard fahren. Ich sage dies, weil das Foilboard sich ähnlich leicht (bzw. sogar sensibler) durch Gewichtsverlagerung lenken lässt. Ein Jetboard dagegen hat durch den Antrieb am Ende des Boards nicht die gleiche Drehfreudigkeit. Daher sieht man die sportlicheren Boards auch mit Fußschlaufen und Hanteln ausgerüstet, die das Kurven erleichtern. 

Beim Thema Geschwindigkeit liegt eindeutig das Jetboard vorn. Wer hohe Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h mag und sich steil in die Kurve legen möchte, der sollte ein Jetboard in Betracht ziehen. Zwar sind die eFoils mit bis zu 45 km/h nicht langsam, aber eigentlich liegt die perfekte Reisegeschwindigkeit bei 25 – 30 km/h. Man würde mit einem Snowboard auch nicht unbedingt die Piste Schuß fahren, beim Ski allerdings schon. Zudem wäre ein Sturz mit 45 km/h auf einem eFoilboard aufgrund der Höhe zur Wasseroberfläche um einiges gefährlicher und schmerzhafter als mit 60 km/h auf der Wasseroberfläche.

Jetboard
Jetboard

Wenn jemand Rennen fahren möchte, dann mit einem eJetboard. Das soll nicht bedeuten, dass ein eFoil langweilig wird. Auch hier schrauben sich die Fahrer immer weiter hoch. So sind bereits erste Versuche von Backflips und 360 Grad Drehungen in Videos zu sehen.

Technische Unterschiede

Der größte technische Unterschied – abgesehen davon, dass ein Board auf der Wasseroberfläche fährt während das andere darüber schwebt – ist die Reichweite. Bei einem Jetboard liegt die Reichweite / reine Fahrzeit um die 30 Minuten. Oder weniger. Die eFoils schaffen bis zu 90 Minuten und mit speziellen Flügeln sogar zwei Stunden. Dies hat zwei Gründe: Zum einem ist ein Jetantrieb weniger effizient als ein Propellerantrieb, so wie er bei den Elektro Hydrofoils benutzt wird. Zum anderen ist der Wasserwiderstand und die Verdrängungsenergie beim Jetboard um ein Vielfaches höher. Sobald ein E-Foil abhebt geht der Energieverbrauch um bis zu 70% zurück.

Dies hat zur Folge, dass die E-Hydrofoil Batterien nicht nur länger durchhalten, sondern sie sind dabei auch noch kleiner und leichter. Und sie laden meist schneller. Generell liegt ein eFoil inkl. Batterie bei ca. 30 kg während ein Jetboard auch mal 50 kg oder mehr wiegen kann. Es wird einfach mehr Leistung für ein Jetboard gebraucht. Während ein eFoil bereits mit 5 kW auch Fahrer über 100 kg bewältigen kann, müsste ein Jetboard dafür mindesten 10 kW haben.

Rechtliche Aspekte

In Deutschland müssen alle motorisierten Surfbretter über 2,2 kW registriert und mit einem Kennzeichen versehen werden. Während die eFoils als Kleinfahrzeuge durchgehen, müssen Jet-Boards als Wassermotorräder (Jetskis) zugelassen werden. Jet-Skis und damit auch Jetboards dürfen auf Binnengewässern nur auf ausgewiesenen Jetski-Strecken gefahren werden. Außerhalb solcher Strecken dürfen die Jetboards damit nur für eine sogenannte Wanderfahrt eingesetzt werden. Eine Wanderfahrt ist ein Geradeausfahren von A nach B ohne dabei unnötige Kurven zu fahren. Und dies ist beim Jetboarden ja ziemlich kontraproduktiv 😉

Der Grund dafür liegt bei den erhöhen Geräuschemissionen durch den Jetantrieb sowie dem Wellenschlag, der bei den eFoils nicht auftritt. Näheres dazu in unserm Artikel „Rechtliche Situation bei Elektro Surfbrettern„.

Das Revier

Die rechtlichen Aspekte können selbstverständlich einen Einfluß auf die Wahl haben, ob man ein Jetboard oder eFoil kaufen sollte. Auf manchen Seen würde man mit Jetboards eher Probleme mit den Behörden bekommen. Anders sieht das am Meer aus. Hier gibt es kaum Einschränkungen für die eJetboards.

Aber es gibt auch gebietsspezifische Hürden für die Elektro Hydrofoils. Flaches Wasser oder Sandbänke zum Beispiel. Um ein eFoil zu fahren sollte das Wasser mindesten 1,20 tief sein, sonst kann es passieren, dass man aufsetzt. Auch sogenannte Stehreviere, bei denen man teilweise 100 Meter oder mehr laufen muss, damit es tief genug sind, können für E-Foil-Fahrer zur echten Spaßbremse werden.

eFoil
eFoil

Schwierigkeitsgrad

Man sollte denken, dass das eFoilen schwieriger zu lernen ist, als ein Jet-Board zu fahren. Dies ist im Prinzip auch richtig, da ein E-Foilboard sehr sensibel auf Gewichtsverlagerungen reagiert, sobald es abhebt. Man muss also ein gutes Balance-Gefühl haben. Allerdings hängt der Vergleich auch vom jeweiligen Modell ab. Ein großes Jet-Board wie das Lampuga Air mit 210 Litern Volumen ist sehr leicht zu fahren. Leichter als jedes E-Foil. Ein kleines Jetboard, wie das Radinn Carve mit nur 61 Litern Volumen ist dagegen schwerer zu fahren als ein großes Elektro Foilboard. Insbesondere für schwerere Fahrer.

Hinzu kommt, dass, wenn man ein Elektro Hydrofoil auf der Oberfläche fährt (also nicht abhebt), einem der Unterwasserflügel weitere Stabilität verleiht. Aber letztendlich ist das eFoil zum Schweben gedacht. Alles in allem ist das eFoilen ein wenig schwieriger, aber von jedem mit Wassersporterfahrung einer Stunde zu meistern! Beim Lampuga stellt man sich einfach drauf und fährt los:-)

Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Seen, die meist bei 25 km/h liegen, wären wiederum ein Argument für das Elektro Foilboard. Hier liegt man bei der oben erwähnten Reisegeschwindigkeit im Rahmen. Mit den 40 bis 60 km/h schnellen Jetboards eher nicht. Viele kleine und sportliche Jetboards lassen sich mit 25 km/h gar nicht richtig fahren, da die Gleitfahrt nicht erreicht wird und somit der Auftrieb nicht reicht.

Jetboard oder eFoil – Fazit

Preislich gibt es kaum Argumente, warum man auf ein Jetboard oder ein eFoil zurückgreifen sollte. Beide liegen bei gleicher Qualität und Leistung ziemlich zusammen. Das Revier ist ein wichtiger Faktor, aber am Ende ist es eben doch Geschmacksache. Ich bin in der glücklichen Lage auf mehrere Jetboards und eFoils zurückgreifen zu können. Das ist natürlich der Idealfall 😉 Müsste ich aber für ein Board entscheiden, dann wäre es das eFoil. Dies liegt an meinem Revier mit Geschwindigkeitsbeschränkungen und der Tatsache, dass der Akku einfach dreimal solange hält.

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