Seit Januar 2019 beobachte ich das Waydoo Flyer One eFoil, also seitdem es damals erstmalig auf der CES in Las Vegas gezeigt wurde. 2020 und 2021 habe ich dann das Waydoo Team ebenfalls getroffen, um mir die jeweiligen Neuerungen anzuhören.

Waydoo Flyer One aus Kevlar (2021)

Und nun – im Herbst 2021 – trafen wir uns dieses Mal auf dem Yachting Festival in Cannes! Hier wurden alle Neuerungen im Detail erklärt und dabei ist das folgende Video entstanden:

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Waydoo Flyer One Produkt Demonstration September 2021

Video Kapitel:

0:00 Einführung Waydoo Flyer One
0:23 Waydoo Plug & Play Batterie
1:00 Waydoo Flyer aus Kevlar
1:50 Fernbedienung
2:22 Mast und Flügel
2:55 Außenbord Konverter
3:19 Board Bag

In diesem Jahr wurde neben dem neuen Waydoo Flyer One, welches 28 kg inklusive der Batterie wiegt, auch das Waydoo Flyer aus Kevlar gezeigt. Beide Modelle benutzen den gleichen Motor, Mast , Batterie und Fernbedienung, so dass die Unterschiede nur im Material des Boards liegen.

Das Waydoo Flyer One hat eine Plug & Play Batterie, die lediglich in das Board gesteckt wird und somit auf Kabelverbindungen verzichtet. Die Laufzeit wird mit maximal 1,5 Stunden bei gemischter Fahrweise angegeben. Die reine Fahrzeit liegt allerdings bei ca. 45 Minuten.

Waydoo bietet zwei Mastgrößen sowie zwei Flügelgrößen an. Der große Explorer Flügel ist für Anfänger und schwere Fahrer während der kleinere Petroler Flügel für sportlicheres Fahren konzipiert ist. Das Waydoo Flyer One kommt mit einer Board-Bag auf Rollen, in der das Board sowie das Zubehör verstaut werden kann.

Optional gibt es einen Außenbord Konverter, der es ermöglicht den Mast mit Antrieb an einem kleinen Boot oder Kajak zu befestigen.

Waydoo Flyer One auf Kickstarter (2020)

Im Sommer 2020 pries damals die chinesische Firma den Waydoo Flyer One über Kickstarter an. Ab 3.795 EUR war das eFoil für die ersten Unterstützer zu haben. 502 Kunden haben dort zugeschlagen und somit 2.357.029 USD für den Hersteller erwirtschaftet.

Das Flyer One hat ebenfalls einen 6 kW Motor und soll eine Reichweite von 55-85 Minuten bei einer Ladezeit von zwei Stunden erreichen. Die Fernbedienung sieht wieder der von Lift Foils sehr ähnlich und hat nun auch ein Display. Es sind 24 Geschwindigkeitsstufen einzustellen und es ist ein GPS verbaut. Ferner werden zwei Mastlängen, sowie zwei Flügel angeboten. Es wird sogar eine optionale Tube, wie man sie von Jetsurf kennt, angeboten, die es Anfängern erleichtern soll, dass eFoilen zu erlernen.

Heute kann man in den Foren und Facebook Gruppen nachlesen, dass dies wohl ein fataler Fehler war. Die Firma hatte zu schnell ein unausgereiftes Produkt in großen Stückzahlen verkauft und stand unter enormen Druck. Die meisten Hersteller starten in kleinen Stückzahlen, um zuerst Feedback von Usern zu sammeln, bevor dann große Mengen verkauft werden. Es ist fraglich, ob man sich überhaupt jemals davon erholen wird. Die Käufer berichten von vielen gebrochenen Flügeln, verbogenen Masten, brennenden Motoren, aufbrechenden Boards sowie undichten Fernbedienungen. Die Liste ist leider ziemlich lang und man kann jede Menge Fotos im Forum sehen.

Waydoo Flügel und Antrieb
Waydoo Flügel und Antrieb

Natürlich wünschen wir uns günstigere eFoils, aber die letzten Versuche von Takuma und Waydoo haben einmal mehr gezeigt, dass diese neue Sportart eben ihren Preis hat. Günstige Produkte stellen sich (zumindest noch im Moment) als anschliessend teurer heraus, denn ein günstiges defektes Board ist am Ende des Tages leider nichts mehr wert – ein Premium Board, welches zuverlässig fährt und fliegt, macht hingegen Freude:-)

Hoffen wir, dass Waydoo noch die Kurve bekommt und die derzeitigen Mängel beheben kann!

Flyer (CES 2020)

Ein Jahr Später haben wir das Waydoo Team dann wieder auf der CES getroffen. Dennis war dieses Mal nicht Vorort.

Eine Fliegendes auf der CES 2020
Ein fliegendes Surfbrett auf der CES 2020

Die meisten Hersteller von elektrischen Hydrofoils und elektrischen Surfbrettern stellen auf Wassersport-Messen wie der boot in Düsseldorf oder der „Boot & Fun“ in Berlin aus (siehe auch mehrere Artikel auf e-surfer). Waydoo war 2020 erneut in Las Vegas und da viele Leute noch nicht mit eFoils vertraut sind, haben sie viel Aufmerksamkeit von der Presse erhalten. Im Jahr 2021 fiel die CES natürlich wegen Corona aus.

CEO Dennis war 2020 nicht anwesend und sein ehemaliger Marketingmanager hatte das Unternehmen verlassen, so dass wir ein neues Team kennengelernt haben. Auch die Website wurde von waydoo.io zu waydootech.com geändert.

Flyer One 2020
Fliegendes Surfbrett Waydoo Flyer One 2020

Während der Waydoo Flyer, den das Team als fliegendes Surfbrett bezeichnet, 2019 so ziemlich wie ein Prototyp aussah, wirkten die Boards 2020 ausgereifter und Waydoo behauptete, dass sie angefangen hatten, Kunden in kleinen Mengen zu beliefern. Sie zeigten 2020 zwei Modelle. Den Waydoo Flyer und der Waydoo Flyer One.

Der Waydoo Flyer aus Kohlefaser ist das Flaggschiff unter den Waydoo E-Foils. Der Preis für das Flyer Board beträgt 6.495 US-Dollar ohne Versand und Steuern Das Waydoo Flyer One verkauft sich für ca. 4.500 USD ohne Versand und Steuern, wenn wir das Standpersonal richtig verstanden haben. Es war nicht immer leicht 😉

Beide Modelle verfügen über einen Lithium-Ionen-Akku. Leider war das Standpersonal aber nicht in der Lage uns weitere technischen Daten über den Akku zu geben. Während der Waydoo Flyer über ein Batteriefach mit einem Deckel verfügt, wie wir dies vom eFoil kennen, hat der Flyer One den Akku direkt im Rumpf untergebracht, wie man auf den folgenden Bildern sehen kann.

Waydoo Flyer Batterie
Waydoo Flyer Batterie
Waydoo Flyer One Batterie
Waydoo Flyer One Batterie

Wir durften leider keine detaillierten Bilder von der Flyer One Batterie machen, da es sich nur um einen Prototyp handelte (der Flyer One ist noch nicht auf der Waydoo Website aufgeführt). Wir waren jedoch überrascht über die große Anzahl an Kabeln, die an den Waydoo Flyer Akku angeschlossen sind. Das Bild unten zeigt die Kabel, aber das Team konnte erneut nicht erklären, was genau die Funktionalität ist.

Die Standardfernbedienung ähnelte stark der vom letzten Jahr und zeigt die Batterieladung mit 5 LEDs und die Geschwindigkeit mit 5 LEDs an. Mit den Tasten PLUS und MINUS können man die 5 Geschwindigkeitsmodi ändern. Der Formfaktor ähnelt stark dem von Lift Foils, jedoch ohne LCD-Display. Waydoo zeigte eine zweite Fernbedienung, die eher der Fernbedienung von Fliteboard entsprach. Sie war kleiner und hatte ein Farbdisplay. Ich wurde gefragt, welche ich bevorzugen würde, was mir das Gefühl gab, dass sie andere Ideen kopieren und versuchen zu validieren, für welche sie sich entscheiden sollten.

Der Waydoo Flyer wiegt ohne Akku 22 kg. Die Batterie wiegt weitere 13 kg, was es insgesamt 35 kg machen würde. Die Maße sind 66 „x 28“ x 39 „oder 169 cm x 71 cm x 99 cm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Waydoo 45 km/h. Waydoo gibt eine Ladezeit von 2 Stunden an und der Akku ist IP67 wasserdicht. Man behauptet eine Fahrzeit von 75 – 120 Minuten und eine Reichweite von bis zu 56 km.

Fliegendes Surfbrett (CES 2019)

Das Waydoo Flyer Elektro Hydrofoil aus China wurde erstmals auf der CES 2019 in Las Vegas vorgestellt. Wir hatten damals die Gelegenheit, das eHydrofoil live zu sehen und mit CEO Dennis Zhu zu sprechen.

Der Flyer wurde in Shenzhen, China entwickelt und sollte ab März 2019 im Handel erhältlich sein. Die ersten größeren Stückzahlen wurden dann aber – nach unseren Informationen – erst in 2020 ausgeliefert. Dies ist leider keine Seltenheit in der eSurfbrett Branche. Die meisten Elektro Surfbretter kommen nämlich um einiges später als angekündigt auf den Markt.

Der Gründer Denis Zhu ist von Hause aus Wakeboarder und hatte 2018 ein Unternehmen gegründet, das neben dem Elektro-Hydrofoil-Surfbrett Waydoo Flyer auch Flugzeuge und Drohnen für die Landwirtschaft entwickelt. Obwohl Waydoo keinen Wassersporthintergrund hat, setzen sie auf ihre Erfahrung in Elektronik und Flügeldesign, die sie von den Fixed Wing Aircraft kennen. Die Drohnenfirma DJI ist übrigens ein Investor.

CEO Dennis Zhu mit dem Waydoo Flyer
CEO Dennis Zhu mit dem Waydoo Flyer

Die ersten Elektro Foils von Waydoo verwendeten einen 6.000 W Motor, der für 35 km/h gut sein sollte. Die Lithium-Batterien mit Samsung 18650 Zellen boten eine Laufzeit von 40-60 Minuten. Die Ladezeit betrug zwei Stunden. Der Akkupack sah der Batterie vom eFoil ähnlich, hatte aber keine Datenverbindung. Die beiden Ports dienten zum Laden und zum Anschluss an das Board.

Der Waydoo Flyer ist als leicht zu erlernendes Elektro Hydrofoil konzipiert.

Dennis Zhu, Gründer von Waydoo

Die Fernbedienung verfügte über LED-Anzeigen für die Anzeige der Akkuladung und Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsstufe konnte neben der Drosselklappe auch mit 2 Tasten (Plus und Minus) gesteuert werden. Dies ist vergleichbar mit den virtuellen Gängen des Fliteboards oder dem Lift eFoil. Im Allgemeinen sieht das gesamte Setup dem von Fliteboard und Lift Foils sehr ähnlich. Man hat uns sogar Prototypen von Fernbedienungen gezeigt und uns gefragt, welche wir bevorzugen würden. Dabei sah die eine der von Fliteboard ähnlich und die andere der von Lift Foils. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

 Flyer Fernbedienung
Flyer Fernbedienung ohne Display

Qualitätsmäßig sahen die Boards jedoch günstiger aus. Und in der Tat gibt es viele Bilder von enttäuschten Kunden in den Facebook Gruppen und Foren. Mehr dazu unten.

Flyer Batterie
Flyer Batterie

Auf der CES 2019 wurden 3 Kohlefaser Prototypen gezeigt. Zwei in Schwarz und eins in Weiß. Das schwarze Kohlefaserdesign gefiel uns viel besser, jedoch erhitzen sich dunkle Boards wesentlich leichter in der Sonne. Daher raten wir unseren Kunden zu hellen Boards. Der Flyer wurde mit einer GoPro-Halterung an der Nase des Boards gezeigt, was wir für ein interessantes Gimmick gehalten haben. Einzigartig war auch die Tatsache, dass der Mast mit einem Schnellspanner ohne Werkzeug abgenommen werden konnte.

Flyer in weiss
Flyer in weiss

Das Gewicht des Boards betrug 17 kg ohne Batterie (insgesamt 30 kg) und konnte – laut Dennis – Fahrer bis zu 120 kg fliegen lassen. Die Länge des Brettes betrug 186 cm, die Breite 72 cm und die Dicke 18 cm. Der Preis wurde ursprünglich mit 4.999 USD in einer Pressemitteilung angegeben, aber laut Dennis und Marketingmanager Ted war dies ein Fehler. Der uns genannte Preis betrug 7.999 USD. Das ist ja nun ein recht großer Unterschied…

Wir halten euch auf dem Laufenden…