Das Waydoo Flyer Elektro Hydrofoil aus China wurde erstmals auf der CES 2019 in Las Vegas vorgestellt. Wir hatten damals die Gelegenheit, das eHydrofoil live zu sehen und mit CEO Dennis Zhu zu sprechen.

Der Waydoo Flyer wurde in Shenzhen, China entwickelt und sollte ab März 2019 im Handel erhältlich sein. Die ersten größeren Stückzahlen wurden dann aber – nach unseren Informationen – erst in 2020 ausgeliefert. Dies ist leider keine Seltenheit in der eSurfbrett Branche. Die meisten Elektro Surfbretter kommen nämlich um einiges später als angekündigt auf den Markt.

Der Gründer Denis Zhu ist von Hause aus Wakeboarder und hatte 2018 ein Unternehmen gegründet, das neben dem Elektro-Hydrofoil-Surfbrett Waydoo Flyer auch Flugzeuge und Drohnen für die Landwirtschaft entwickelt. Obwohl Waydoo keinen Wassersporthintergrund hat, setzen sie auf ihre Erfahrung in Elektronik und Flügeldesign, die sie von den Fixed Wing Aircraft kennen. Die Drohnenfirma DJI ist übrigens ein Investor.

CEO Dennis Zhu mit dem Waydoo Flyer
CEO Dennis Zhu mit dem Waydoo Flyer

Waydoo Flyer

Die ersten Elektro Foils von Waydoo verwendeten einen 6.000 W Motor, der für 35 km/h gut sein sollte. Die Lithium-Batterien mit Samsung 18650 Zellen boten eine Laufzeit von 40-60 Minuten. Die Ladezeit betrug zwei Stunden. Der Akkupack sah der Batterie vom eFoil ähnlich, hatte aber keine Datenverbindung. Die beiden Ports dienten zum Laden und zum Anschluss an das Board.

Der Waydoo Flyer ist als leicht zu erlernendes Elektro Hydrofoil konzipiert.

Dennis Zhu, Gründer von Waydoo

Die Fernbedienung verfügte über LED-Anzeigen für die Anzeige der Akkuladung und Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsstufe konnte neben der Drosselklappe auch mit 2 Tasten (Plus und Minus) gesteuert werden. Dies ist vergleichbar mit den virtuellen Gängen des Fliteboards oder dem Lift eFoil. Im Allgemeinen sieht das gesamte Setup dem von Fliteboard und Lift Foils sehr ähnlich. Man hat uns sogar Prototypen von Fernbedienungen gezeigt und uns gefragt, welche wir bevorzugen würden. Dabei sah die eine der von Fliteboard ähnlich und die andere der von Lift Foils. Ein Schelm, wer da etwas Böses denkt 😉

Waydoo Flyer Fernbedienung
Waydoo Flyer Fernbedienung ohne Display

Qualitätsmäßig sahen die Boards jedoch billiger aus. Und in der Tat gibt es viele Bilder von enttäuschten Kunden in den Facebook Gruppen und Foren. Mehr dazu unten.

Auf der CES 2019 wurden 3 Kohlefaser Prototypen gezeigt. Zwei in Schwarz und eins in Weiß. Das schwarze Kohlefaserdesign gefiel uns viel besser, jedoch erhitzen sich dunkle Boards wesentlich leichter in der Sonne. Daher raten wir unseren Kunden zu hellen Boards. Der Flyer wurde mit einer GoPro-Halterung an der Nase des Boards gezeigt, was wir für ein interessantes Gimmick gehalten haben. Einzigartig war auch die Tatsache, dass der Mast mit einem Schnellspanner ohne Werkzeug abgenommen werden konnte.

Das Gewicht des Boards betrug 17 kg ohne Batterie (insgesamt 30 kg) und konnte laut Dennis Fahrer bis zu 120 kg fliegen lassen. Die Länge des Brettes betrug 186 cm, die Breite 72 cm und die Dicke 18 cm. Der Preis wurde ursprünglich mit 4.999 USD in einer Pressemitteilung angegeben, aber laut Dennis und Marketingmanager Ted war dies ein Fehler. Der uns genannte Preis betrug 7.999 USD. Das ist ja nun ein recht großer Unterschied…

Flyer 2020

Ein Jahr Später haben wir das Waydoo Team dann wieder auf der CES getroffen. Dennis war diesmal nicht Vorort.

Eine Fliegendes auf der CES 2020
Ein fliegendes Surfbrett auf der CES 2020

Die meisten Hersteller von elektrischen Hydrofoils und elektrischen Surfbrettern stellen auf Wassersport-Messen wie der boot in Düsseldorf oder der „Boot & Fun“ in Berlin aus (siehe auch mehrere Artikel auf e-surfer). Waydoo war 2020 erneut in Vegas und da viele Leute noch nicht mit eFoils vertraut sind, haben sie viel Aufmerksamkeit von der Presse erhalten. 2021 fiel die CES natürlich wegen Corona aus.

CEO Dennis war 2020 nicht anwesend und sein ehemaliger Marketingmitarbeiter hatte das Unternehmen verlassen, so dass wir ein neues Team kennengelernt haben. Auch die Website wurde von waydoo.io zu waydootech.com geändert.

Flyer One 2020
Flyer One 2020

Während der Waydoo Flyer, den das Team als fliegendes Surfbrett bezeichnet, 2019 so ziemlich wie ein Prototyp aussah, wirkten die Boards 2020 ausgereifter und Waydoo behauptete, dass sie angefangen hatten, Kunden in kleinen Mengen zu beliefern. Sie zeigten 2020 zwei Modelle. Den Waydoo Flyer und der Waydoo Flyer One.

Waydoo Flyer One auf Kickstarter

Im Sommer 2020 pries die chinesische Firma dann den Waydoo Flyer One über Kickstarter an. Ab 3.795 EUR war das eFoil für die ersten Unterstützer zu haben. 502 Kunden haben dort zugeschlagen und somit 2.357.029 USD für den Hersteller erwirtschaftet.

Das Flyer One hat ebenfalls einen 6 kW Motor und soll eine Reichweite von 55-85 Minuten bei einer Ladezeit von zwei Stunden erreichen. Die Fernbedienung sieht wieder der von Lift Foils sehr ähnlich und hat nun auch ein Display. Es sind 24 Geschwindigkeitsstufen einzustellen und es ist ein GPS verbaut. Ferner werden zwei Mastlängen, sowie zwei Flügel angeboten. Es wird sogar eine optionale Tube, wie man sie von Jetsurf kennt, angeboten, die es Anfängern erleichtern soll, dass eFoilen zu erlernen.

Heute kann man in den Foren und Facebook Gruppen nachlesen, dass dies wohl ein fataler Fehler war. Die Firma hatte zu schnell ein unausgereiftes Produkt in großen Stückzahlen verkauft und steht derzeit unter enormen Druck. Die meisten Hersteller starten in kleinen Stückzahlen, um zuerst Feedback von Usern zu sammeln, bevor dann große Mengen verkauft werden. Es ist fraglich, ob man sich überhaupt jemals davon erholt. Die Käufer berichten von vielen gebrochenen Flügeln, verbogenen Masten, brennenden Motoren, aufbrechenden Boards sowie undichten Fernbedienungen. Die Liste ist leider ziemlich lang und man kann jede Menge Fotos im Forum sehen.

Waydoo Flügel und Antrieb
Waydoo Flügel und Antrieb

Natürlich wünschen wir uns günstigere eFoils, aber die letzten Versuche von Takuma und Waydoo haben einmal mehr gezeigt, dass diese neue Sportart eben ihren Preis hat. Günstige Produkte stellen sich zumindest noch im Moment als anschliessend teurer heraus, denn ein günstiges defektes Board ist am Ende des Tages leider nichts mehr wert – ein Premium Board, welches zuverlässig fährt und fliegt, macht hingegen Freude:-)

Hoffen wir, dass Waydoo noch die Kurve bekommt und die derzeitigen Mängel bald beheben kann!